Infos Alpakas

Warum Alpakas?

 

Alpakas wirken außergewöhnlich faszinierend auf den Menschen. Warum das so ist, ist schwer zu beschreiben, da hier vielfältige Emotionen wirken. Der hübsche Wuschelkopf verleitet sofort zum Knuddeln wie beim Teddy. Ein Blick in ihre großen Augen hat meistens “Liebe auf den ersten Blick” zur Folge und lässt sie ein Herz im Sturm erobern.

Ihr seltsames Kamelgehabe und ihr Gebärden ist immer wieder von Neuem interessant und schön zu beobachten. Sie wirken äußerst beruhigend und stress abbauend. Nicht umsonst werden sie in der tiergestützten Therapie eingesetzt. Sie sind aufmerksame Beobachter, denen kaum etwas entgeht, auch wenn man meint, sie seien gerade mit Fressen beschäftigt.

 

Weitere Aspekte:

- Sie sind ruhig und friedfertig.

- Sie sind pflegeleicht und intelligent.

- Alpakas muss man nicht bürsten.

- Sie sind robust und widerstandsfähig.

- Sie sind landwirtschaftliche Nutztiere.

- Sie sind umgänglich, auch mit Kindern.

- Sie fressen nur 1 bis 2 Kg Heu/Tag.

- Sie benötigen wenig Weidefläche.

- Sie verursachen kaum Trittschäden auf der Weide.

- Sie liefern hochwertige Wolle.

- Alpakas sind angenehme Freizeit- und Hobbytiere.

- Sie vertragen sich gut mit anderen Tieren.

 

 

Typen

 

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Alpakas, die sich in der Wolle unterscheiden. Das Huacaya Alpaka hat eine feine, gleichmäßig gekräuselte Faser. Die Kräuselung wird auch Crimp genannt. Dagegen hat das Suri Alpaka keine Kräuselung in der Faser. Das Haar bildet gerade Strähnen, die am Tier herabhängen.

 

 

Abstammung

 

Alpakas gehören zur Familie der Kameliden (Kamele), welche in Altweltkameliden (Großkamele: zweihöckrige Trampeltiere und einhöckrige Dromedare) und Neuweltkameliden (Kleinkamele, u.a.: Vikunja, Guanako, Alpaka, Lama) unterteilt sind. Die gemeinsamen Vorfahren von Alt- und Neuweltkameliden haben sich vor ca. 35 Millionen Jahren im damaligen Nordamerika entwickelt und waren nur ca. 30 cm groß. Sie sind Wiederkäuer und gehören in der Säugetiergattung zu den Huftieren und Schwielensohlern. Vikunja und Guanako sind Wildformen, die auch heute noch im Andengebiet vorkommen. Erste Domestikationen gehen auf 6000 bis 7000 Jahre vor Christus zurück, wobei das Alpaka aus dem Vikunja und das Lama aus dem Guanako hervor gingen. Somit gehören Alpakas und Lamas zu den ältesten Haustierrassen. Insbesondere zu Zeiten der Inkas (13. bis 16. Jahrhundert) wurden Alpakas als Wolllieferanten und Lamas als Lastentiere intensiv genutzt.

 

 

Verbreitung und Verwendung

 

Alpakas sind heute weltweit verbreitet, aber im Vergleich zu Südamerika (vor allem Peru) ist die Population ansonsten niedrig. In den Ursprungsländern (Andengebiet) dienen Alpakas als Woll- und Fleischlieferant. Auch außerhalb der Ursprungsländer werden Alpakas wegen der Wolle (auch Vlies genannt) gehalten, wobei die Wolle nicht industriell sondern meist von den Haltern direkt vermarket wird. Aufgrund ihres schönen Aussehens und faszinierenden Wesens werden die Tiere auch im Fremdenverkehr, zum Trekking, als Begleittier oder in der tiergestützten Therapie eingesetzt oder einfach als Hobby gehalten.

 

 

Alpaka-Wolle

 

Alpakawolle gibt es in ca. 22 natürlichen Farbtönen und sie ist eine sehr hochwertige Wolle, die in vielen Eigenschaften sogar Kaschmir übertrifft. Sie bietet hohe Wärmeisolierung, Faserfestigkeit, geringe Faserdicke, Feuchtigkeitsbeständigkeit, Knitterfestigkeit, Abreibungsfestigkeit. Die Wolle ist somit wesentlich strapazierfester als andere Wollarten. Im Vergleich zur Schafwolle sind die Alpakafasern außen glatt, d. h., Alpakawolle kratzt nicht. Die hohlen Fasern haben eine thermoisolierende Eigenschaft und schützen so vor Kälte und Hitze. Die Wolle enthält kein Lanolin und muss nicht chemisch behandelt werden, wodurch Allergiker gegen Alpakawolle nicht allergisch sind. Aufgrund der vielen natürlichen Farbtöne muss die Wolle grundsätzlich nicht gefärbt werden, sodass auch dieses Allergierisiko entfällt.

 

 

Haltung

 

Alpakas sind Herdentiere mit stark ausgeprägter Sozialstruktur und dürfen daher nicht alleine gehalten werden. Die Mindestanzahl sind also zwei Tiere.

 

Zaun:

Die Haltung erfolgt auf Weiden mit sicherer Umzäunung. Als ausbruchsicher gilt eine Zaunhöhe von 1,40 Metern. Die Fläche muss mindestens 1000 qm für die ersten zwei Tiere zzgl. 100 qm für jedes weitere Tier groß sein.

 

Unterstand:

Die Tiere brauchen einen zugfreien Stall oder Unterstand als Witterungsschutz, Mindesthöhe 2 Meter. Die Fläche sollte mind. 6 qm groß sein. Bei mehreren Tieren sollten umgerechnet mindestens pro Tier 2 qm zur Verfügung stehen.

 

Futter:

Als Futter benötigen Alpakas Wasser, Heu (ganzjährig), Gras, Mineralien und Vitamine. Mineralien und Vitamine gibt es in Form von Lecksteinen, Pulver oder Pellets.

 

Pflege:

Einmal im Jahr, meist Anfang Mai, müssen die Tiere geschoren werden. Bei Bedarf müssen die Nägel geschnitten werden, was unkompliziert mit einer geeigneten Gartenschere oder einer dafür vorgesehenen Schere erfolgen kann. Regelmäßig oder bei Bedarf (Kotprobenuntersuchung) wird eine Entwurmung vorgenommen. Wie bei anderen landwirtschaftlichen Nutztieren auch wird einmal im Jahr eine Impfung mit Kombinationsimpfstoff vorgenommen (meist Covexin). Weiterhin sollte regelmäßig der Gesundheitszustand, vor allem auch die Zähne, kontrolliert werden.

 

Kenndaten

 

Widerristhöhe: 75 – 100 cm

Körpergewicht: Stute: ca. 55 kg, Hengst: 60-80 kg

Geschlechtsreife: Stute: 1 Jahr, Hengst: 1,5 – 2 Jahre

Zuchtreife: Stute: 1,5 – 2 Jahre (mind. 40kg KGW) Hengst: 2 – 3 Jahre

Deckzeit: Ganzjährig

Tragzeit: 335 – 359 Tage

Lebenserwartung: 20 – 25 Jahre

Körpertemperatur: 36,4 – 37,8 Grad

Herzfrequenz: 60 – 90 pro Minute

Atemfrequenz: 10 – 30 pro Minute

Magenmotorik : 3 – 4 pro Minute

Trächtigkeitsdiagnose: Progesteron über 2 ng/ml nach 21 Tagen